Die Hauptursache für die wenigen Realisierungsprojekte in Deutschland ist unseres Erachtens die schwierige Situation der Telekommunikationsbranche als Ganzes (Stichworte sind z.B. Preiskampf, Überkapitalisierung, Innovationsmangel), sowie die schwierige Situation der Kapitalmärkte (sprich: Geld ist knapp und teuer). Daher ist das Finanzierungsthema das für uns im Vergleich schwierigste. Wir sind dennoch überzeugt, den richtigen Mix gefunden zu haben, um auch größere Projekte durch zu finanzieren. durchzufinanzieren ?
Unsere Erfahrungen mit potentiellen Investoren zeigen, dass diese nur zu Investitionen bereit sind, wenn eine sichere und langfristige Verzinsung ihres Kapitals ausreichend plausibel ist. Es müssen gemeinsam mit der öffentlichen Hand Wege beschritten werden, um einerseits die Kosten eines Netzausbaus, wo immer möglich, zu senken (z.B. durch koordinierte Baumaßnahmen und Kostenteilung), andererseits die Umsätze für die neue Infrastruktur soweit irgendmöglich zu maximieren und langfristig zu sichern (Nachfragebündelung, z.B. durch Bürgerversammlungen, langfristige Verträge, exklusive Nutzungsrechte f. definierte Zeiträume).
Ein weiterer Schritt, die Versorgung des ländlichen Raums mit Breitbandinfrastruktur zu verbessern, ist die Versorgung größerer Regionen. Dadurch wird ein Kostenausgleich zugunsten kleinerer Gemeinden möglich, in dem ein Teil der Skaleneffekte, die in Klein- und Mittelstädten möglich sind, auf die Dörfer „transferiert“ werden. Im Rahmen einer Gesamtkalkulation können so die Nachteile der kleinen Gemeinden etwas ausgeglichen werden. Gestützt auf Methoden der Wirtschaftsgeographie werden Marktstudien erstellt, die Basis für Geschäftspläne und Netzplanung sind.
Wichtigster Baustein, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, ist für uns die Bündelung aller dazu geeigneten Aktivitäten und Aufgaben an zentraler Stelle - dem Dorfcarrier. Lokal vor Ort organisieren wir in einer Gesellschaft den Netzbesitz. Zentral organisieren wir als UnserNetz Themen wie Technik-Planung, Betrieb, Einkauf, Finanzen, Abrechnung, Marketing in einer eigenen Gesellschaft. Mit dieser Gesellschaft beteiligen wir uns auch (immer abh. von den Projektgegebenheiten) an der lokalen Netzbesitz-Gesellschaft.
Aber ohne die lokale Ebene funktioniert kein einziges Projekt:
Verlässliche politische Unterstützung vor Ort
Keine Konkurrenz durch weitere Infrastrukturen
Entwicklung lokaler Geschäftsmodelle
Möglichkeit zur Erschließung möglichst großer Gebiete (nicht nur der eng abgegrenzten „weißen“ Flecken)